Wetter & Zeit
Wir schreiben den 10. September des Jahres 9 n. Chr.! Es ist früher Nachmittag, und die Sonne steht bereits hoch am Horizont. Einige Wolken ziehen über den Himmel. Die Temperaturen haben sich bei 22 ° Celcius eingependelt, und es zieht eine angenehme Brise über die germanische Landschaft.

Wegweiser
wichtige Links
Spiegel
Plot
Das schändliche Verhalten der Römer auf dem heiligen Thing hat eine allgemeine Entrüstung unter den Stämmen hervorgerufen. Die Fürsten wollen sich nicht länger diese Willkürherrschaft der fremden Eindringlinge gefallen lassen. Stimmen werden laut sich endlich gegen die Römer zu erheben. Bisher haben sie nur noch keine einheitliche Linie gefunden sich gegen Rom zu erheben. Die Fürsten sind sich uneinig. Es fehlt ein besonnener Führer, der die Stämme eint und weiß wie man die Kriegsmaschinerie der Römer zu fassen bekommt. Erste Kontakte werden geknüpft und die Aussicht auf ein Menschenopfer, das die Götter gnädig stimmen soll, scheidet die Geister. Das gemeinsame Stammestreffen zum Erntefest wird zum Meilenstein in der Geschichte der Cherusker.

Infos
Letzter Besuch: 13. Apr. 2021 um 14:39 h.
Deine bisherigen Post: .
Anschlagetafel» 28.09.2020 Varus-News: Jahrhundertfund in Kalkriese - beinahe vollständig erhaltener Schienenpanzer eines Legionärs gefunden.
» 04.10.2020 Die Blacklist wurde gelöscht.
» Vorankündung: Am 23.10.2020 wird auf Netflix die Serie "Die Barbaren" vor dem Hintergrund der Varusschlacht ausgestrahlt!

Zur Startseite Registrierung Mitgliederliste Administratoren und Moderatoren Suche
Clades Variana » Clades Variana » Informationscenter (auch für Gäste) » Römer-Wiki » Aus dem Leben eines Legionärs » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen | Thema zu den Index-Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Centurion
Storyteller


Hand des Schicksals:

ja

Aus dem Leben eines Legionärs Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information Zum Anfang der Seite springen

Römische Legionäre – Ausbildung

Wenn man vom römischen Reich hört, dann denkt man oft an die Namen großer Kaiser, Dichter und an ruhmreiche Schlachten, sowie an Erfindungen, die uns noch heute das Leben erleichtern, wie zum Beispiel das Alphabet.

Seltener hingegen macht man sich Gedanken über das Leben der “normalen” Leute, die den Großteil der Bevölkerung ausmachten. Etwa Sklaven, Bürgern, Bauern und Legionäre. Doch heute wollen wir uns mal mit der letzten Gruppe auseinandersetzen, den römischen Legionären. Auf ihren Schultern ruhte die Verantwortung für die Sicherheit des antiken römischen Weltreiches.
Doch wie wurde man Legionär und was für Aufgaben hatten sie denn?

Beginnen wir ganz am Anfang, bei einer Sache, die es auch in modernen Armeen noch gibt, nämlich der Musterung. Um Legionär zu werden musste man einige Anforderungen erfüllen. Man musste über 1,75 m groß, sowie schlank, muskulös und mindestens siebzehn Jahre alt sein. Gut sehen und hören zu können war auch wichtig, zudem mussten römische Legionäre das Lesen und Schreiben beherrschen. Erfüllte man all diese Bedingungen musste man einen Diensteid schwören, dass man den Befehlen seiner Vorgesetzten gehorchen und Folge leisten wird. Damit hatten die Legionäre die Musterung hinter sich gebracht, was nun folgte war die Grundausbildung.

Die dauerte vier Monate und verlangte den jungen Rekruten das Äußerste ab. Auf dem Plan standen lange Märsche mit voller Ausrüstung und Gepäck, zudem das Erlernen des Gleichschritts, sowie des Trainings der allgemeinen Fitness, durch laufen und schwimmen. Aber römische Legionäre waren nicht nur Soldaten in der Schlacht, sondern auch Handwerker, die selbst nach Einbruch der Nacht, nachdem sie den ganzen Tag marschiert waren, in der Lage waren ein befestigtes Lager aus dem Boden zu stampfen. All diese Fähigkeiten und auch der Umgang mit den ihnen bereitgestellten Waffen erlernten sie innerhalb der kurzen Zeit.

Nach der Grundausbildung begannen die bis zu 25 Jahre Dienst in der Legion, an deren Ende eine Abfindung in Form von Land und Geld stand.
Und was machten römische Legionäre in diesen 25 Jahren?

Sie verrichteten meistens Polizeidienst, bauten Straßen oder standen Wache an der Grenze. Und lernten kochen, denn die Zubereitung des eigenen Essens war jedem Legionär selbst überlassen, sie bekamen nur die Nahrungsmittel, wie Obst, Gemüse, Getreide oder manchmal Fleisch.

Im Prinzip war Legionär sein nur ein weiterer schlecht bezahlter Job für jene, welche nicht mit einem silbernen Löffel im Mund geboren worden waren. Mit dem abschätzbaren Risiko eines gewaltsamen Todes schon in jungen Jahren, aufgrund einer politischen Angelegenheit, mit der man selbst nichts zu tun hatte.

https://www.forumtraiani.de/roemische-legionaere/


PMs bitte an Marcus Claudius Lucenius senden!!!

03. Sep. 2014 23:15 Centurion ist offline Email an Centurion senden Beiträge von Centurion suchen Nehmen Sie Centurion in Ihre Freundesliste auf
Centurion
Storyteller


Hand des Schicksals:

ja

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden IP Information Zum Anfang der Seite springen

Frauen und Kinder

Kaiser Augustus [+ 14 n.Chr.] erließ ein Verbot für Legionäre, vor ihrer Entlassung eine rechtgültige Ehe einzugehen. Damit wollte er verhindern, dass die Zahl nichtkämpfender Personen in der Armee zu sehr anschwoll, bzw. dass Legionen zu sehr an eine bestimmte Gegend gebunden waren. Bei der Notwendigkeit rascher Verlegungen ganzer Einheiten drohten sonst Unzufriedenheit oder sogar Meutereien, wenn die Legionäre ihre Familien zurücklassen mussten. In der Praxis war das Problem allerdings komplexer. Trotz des Eheverbots forderte die Natur ihr Recht auf Fortpflanzung, und Legionäre zeugten an ihren Standorten massenhaft illegitime Kinder mit einheimischen Frauen.

Schon in der Varusschlacht (9 n.Chr.) passierte genau das, was Augustus eigentlich hatte verhindern wollen – das römische Heer wurde durch seinen großen Tross behindert, in dem sich viele Frauen und Kinder aufhielten. Derselbe ‚varianische Krieg’ zeigte aber auch die andere Seite der Medaille: die Besatzungen der abgeschnittenen Außenposten wehrten sich besonders erbittert, da sie nicht nur sich selbst verteidigten, sondern auch ihre Familien.

In den knapp zwei Jahrhunderten danach herrschte die bereits bekannte Kompromisslösung. Legionäre durften auch weiterhin nicht heiraten, aber die Armee drückte ein Auge zu, wenn sie sich Frauen aus der Umgebung hielten. Da viele der jungen Männer in den Provinzen zum Dienst in weit entfernt stationierten Auxiliareinheiten gepresst wurden, blieb zahlreichen einheimischen Frauen keine andere Möglichkeit zu überleben, als eine Verbindung mit einem fremden Auxiliarsoldaten oder einem Legionär einzugehen (letztere hatten den Vorteil etwas höheren Sold zu erhalten). Ohne gültige Ehe drohte bei Tod oder Verlegung des Vaters für Frau und Kind(er) der soziale Absturz.

Manche Legionäre leisteten sich auch persönliche Sklavinnen, und zumindest bei der Orientarmee in Syrien gab es sogar nachweislich heereseigene Zwangsprostituierte (= Sex-Sklavinnen) zur ‚Versorgung’ der Soldaten. Geschlechtskrankheiten waren wohl endemisch.

Als Septimius Severus nach der Niederlage seines Gegners Albinus 197 n.Chr. den Legionären das Recht einer vollgültigen Ehe schon vor der Entlassung gewährte, wurde wohl nur ein bereits bestehender Zustand legalisiert, den man vorher stillschweigend geduldet hatte.

Dementsprechend werden die Auswirkungen dieser Maßnahme gewöhnlich überschätzt, und der „Schlag gegen Beweglichkeit und Disziplin“ war in der Realität wohl längst nicht so gravierend. Die großen Eroberungskriege waren spätestens seit Traian [98-117] vorbei, und die Reichsverteidigung wurde immer statischer. Verlegungen ganzer Legionen an neue Standorte fanden nur noch selten statt. Gelegentlich wurden auch noch komplette Legionen für Feldzüge eingesetzt, aber meistens nahm man dafür lieber vexillationes. Dabei rückte nur ein Teil der Legion aus, dafür aber für mehrere Jahre. Außerdem wurde das Familienproblem nicht völlig lax und disziplinlos gehandhabt. Offiziere und Unteroffiziere wurden auf Feldzügen anscheinend von ihren Frauen (und Kindern?) begleitet, aber einfache Soldaten mussten offenbar auf familiäre Begleitung verzichten.

Immer wieder werden die Ereignisse von 233/4 zitiert, um die schädlichen Effekte der Eheerlaubnis darzustellen: Severus Alexander musste den glücklosen Perserfeldzug abbrechen, weil die Soldaten nach dem verheerenden Allamanneneinfall über das Schicksal ihrer Angehörigen so erbittert waren, dass sie den Kaiser zwangen, sich schleunigst um die Lage in Obergermanien und Raetien zu kümmern (s.o. IV).

Severus Alexander hätte diesen strategischen Kurswechsel aber in jedem Fall durchführen müssen, da Rom einfach zu viele Ressourcen in die Limesregion investiert hatte, um sie weiter von den Germanen plündern zu lassen. Außerdem wäre den Soldaten selbst bei nur eheähnlichen Beziehungen das Schicksal ihrer Freundinnen und illegitimen Kinder nicht einfach vollkommen egal gewesen. Römische Soldaten waren auch vor der Eheerlaubnis nicht von der Aussicht begeistert, Tausende von Kilometern entfernt eingesetzt zu werden. Dagegen musste man sie wohl nicht lange bitten, für den Schutz ihrer Heimatgebiete und Familien zu kämpfen. Die negative Seite der Eheerlaubnis darf also nicht überbewertet werden.

Dagegen hatte die neue Regelung auch ihre Vorteile: Aus Lebensabschnittsgefährtinnen und Bankerten wurden rechtliche Ehegattinnen und Nachkommen mit römischem Bürgerrecht. Für die Familienangehörigen besserte sich dadurch die soziale Lage. Da das römische Bürgerrecht Vorbedingung für die Aufnahme in die Legion war, konnte die Armee durch die Soldatenehen auch auf ein größeres Rekrutierungspotential zurückgreifen, denn die Söhne von Legionären wurden meist ebenfalls Legionär. Caracalla erteilte mit der constitutio Antoniniana 212 n.Chr. allen frei geborenen Bewohnern des Reiches das römische Bürgerrecht, aber die Legionen deckten den größten Teil ihres Rekrutierungsbedarf auch danach aus ‚eigener Produktion’. Dies zeigt auch eine Inschrift aus Regensburg:

D(is) M(anibus)

et perpetuae securitati Aur(elius) Patruinus mil(es) leg(ionis) III Ital(icae) vix(it) ann(os) XXVIII Aur(elius) Sabinus c(ustos) a(rmorum) et Aur(elia) Cara mater filio carissimo f(aciendum) c(uraverunt)


(CIL III 6571 – Grabinschrift 1. Hälfte 3.Jh.? Großes Gräberfeld/Kumpfmühler Straße)

Den Totengeistern

und der immerwährenden Sicherheit (= ewigen Ruhe) (von) Aurelius Patruinus, Soldat der Leg III Ital, der 28 Jahre lebte. Aurelius Sabinus, Arsenalmeister, und Aurelia Cara, die Mutter, haben (diesen Stein) für den allerliebsten Sohn machen lassen.

Der Sohn folgte also dem Vater im Beruf, auch wenn er dann früh starb.

Der personelle Beitrag der Kernregionen des Imperiums (Italien, aber auch Spanien, Griechenland, Kleinasien) zum Schutz der Grenzen schrumpfte dagegen weiter. In den Grenzgebieten verschmolz die Armee dafür immer mehr mit der Lokalbevölkerung und leistete dabei gewollt/ungewollt einen wichtigen Beitrag zur Romanisation.


Zum Abschluss noch ein inschriftlicher Beleg für eine kinderreiche Soldatenehe, die aber tragisch endete:

Cl(audius) Reticus vet(eranus) ex leg(ione) III Ital(icae)

Aur(eliae) Lucinae quondam coniugi carissimae vix(it) an(nos) XXXV et Ursioni f(i)lio vix(it) an(nos) XII et Regulae filiae vix(it) an(nos) V et Luciae filiae vix(it) an(nos) III

f(aciendum) c(uravit)


(CIL III 11968 – Sarkophaginschrift 3.Jh.? Großes Gräberfeld/Kumpfmühler Straße)

Claudius Reticus, Veteran der Leg III Ital,

hat für Aurelia Lucina, (seine) allerteuerste Gattin, die 35 Jahre lebte, und (seinen) Sohn Ursio, der 12 Jahre lebte, und (seine) Tochter Regula, die 5 Jahre lebte, und (seine) Tochter Lucia, die 3 Jahre lebte, dies (= den Sarkophag) machen lassen.

Ob der bedauernswerte Veteran Reticus seine ganze (?) Familie durch eine Seuche, eine Hungersnot, einen Bürgerkrieg, oder einen Germanenangriff verlor, ist unbekannt.

https://www.legion-regensburg.de/hist/Kap12.htm


PMs bitte an Marcus Claudius Lucenius senden!!!

24. Mar. 2021 20:54 Centurion ist offline Email an Centurion senden Beiträge von Centurion suchen Nehmen Sie Centurion in Ihre Freundesliste auf
Clades Variana » Clades Variana » Informationscenter (auch für Gäste) » Römer-Wiki » Aus dem Leben eines Legionärs
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Gehe zu: